PREvention

Activist portrait – polaroid style

Die Fachstelle PREvent!on greift die neuen Herausforderungen in der pädagogischen Arbeit mit Jugendlichen im Themenfeld des religiös begründeten Extremismus auf. Es geht darum, frühzeitig die Anzeichen zu erkennen, wenn das demokratische Wertesystem verlassen und durch einfache Richtig-/Falsch-Zuordnung ersetzt wird.

Die individuellen biografischen Erfahrungen und die persönlichen Lebensumstände sind maßgeblich dafür, wie beeinflussbar ein junger Mensch von extremistischen Ideologien ist. Das gilt umso mehr, wenn alternative Bewältigungsmechanismen sowie ein stabiles soziales Umfeld fehlen.

Die Fachstelle bietet Projekte, Vorträge bzw. Seminare zur Sensibilisierung im und thematischen Einführung in den religiös begründeten Extremismus sowie Workshops zum Verhältnis Demokratie und Religion, Menschenrechte und Bewältigungsstrategien. Sie quailifiziert und berät im Themenfeld und unterstützt bei der Prävention vor Ort.

Zu den Kompetenzen, um Extremismus erfolgreich zu begegnen, gehören Themen wie das Wissen über

  • unterschiedliche extreme Akteure und Akteurinnen und ihre Zielsetzungen
  • Kommunikationsstrategien und Narrative
  • Deutungsmechanismen

Jugendliche müssen insbesondere dahingehend gestärkt werden, dass sie die meist verdeckt vermittelten Botschaften von rekrutierenden Personen erkennen. (vgl. Reinemann et al. 2019). Sie benötigen Tools, Warnsysteme und eine grundlegende Sensibilität, um sich der Attraktivität von extremistischen Online-Auftritten zu entziehen. Außerdem sollten Gegenstrategien erfahrbar gemacht werden, welche die Sicherheit für den persönlichen Umgang mit extremistischen Botschaften geben. Dazu gehört eine Stärkung des Vertrauens auf die eigenen Kompetenzen sowie ein fundiertes Verständnis demokratischer Positionen und demokratischen Handelns.

Qualifizierung

Die Qualifizierung vermittelt Wissen in den Themenfeldern Islam, Neo-Salafismus, Radikalisierung und Prävention. Die Teilnehmenden werden dazu befähigt, im Kontext ihres Arbeitsalltags präventiv gegen Radikalisierungstendenzen vorzugehen und entsprechende Anzeichen zu deuten. Die Qualifizierung bzw. Zertifizierung bildet die Grundlage dafür, als Referent / Referentin Workshops und Planspiele umzusetzen.

Die Kontaktpersonen werden in der Qualifizierung dazu befähigt, Radikalisierungstendenzen bei (jungen) Menschen zu erkennen und richtig einzuschätzen. Sie fungieren dabei als niedrigschwellige Ansprechperson, die in der Lage sind, eine Ersteinschätzung vorzunehmen, wenn die Vermutung einer Radikalisierung im religiös begründeten Kontext vorliegt.